Mein Liebster
hat eine unheilbare Krankheit die ihn von Innen auffrisst,
die durch seine Eingeweide kriecht, ihn von Innen heraus zerstört.
Tausende von blutroten Käfern die in seinem Körper wohnen, durch sein Blut schwimmen, bringen ihn um den Verstand. Sie verschlingen langsam all seine Liebenswürdigkeit, all seine Zärtlichkeit. Sie verschlingen all seine Ideen, seine Gedanken, all seine Überlegungen, alles was ihn ausmacht, alles was ich an ihm liebe. Die Käfer bringen ihn unter ihre Kontrolle, flüstern kranke Gedanken in sein Ohr, versuchen ihn für ihre Sache zu gewinnen. Und ihr sehnlichster Wunsch ist es nur:
mich zu zerstören.
Mein Herz schmerzt. Weil ich meinen Liebsten nicht mehr wiedererkenne, weil er mir fremd ist wie Jemand dem ich nie begegnete, wie jemand den ich nie in mein Herz ließ. Meine Füße tragen mich hinfort, tragen mich aus seiner Nähe als könnte ich sie nicht mehr steuern.
Ich will ihn so nicht sehen.
Mein Liebster ist die sanfteste und liebenswerteste Person, der ich auf dieser Welt, jemals begegnet bin. Die lieblichste, schönste Person die in diesem Leben zu mir strebte. Sich in mir verfing. In meinen Armen Platz fand und perfekt in mich passte, zu mir gehörte.
Und ich liebe sein schwarzes Haar das aus seinem Kopf sprießt wie Unkraut, ich liebe seine schlanke Gestalt die sich vor mir abzeichnet, seine großen Hände, liebe es wie er nichts sagt, wie er schweigt. Ich liebe seine blasse Haut, die Fältchen neben seinen Augen, die Ringe darunter. Ich liebe jeden seiner Gedanken, jeden der Sätze die er mir gegenüber äußert, jedes Wort das er für mich niederschreibt. Bin voll und blind von Liebe.
Alles was um ihn passiert, alles was durch ihn, mit ihm geschieht bringt mein Blut in meterhohe Wogen, die über mir zusammen schlagen, mich auf seinen Ozean hinaus treiben.
Und die Worte die aus seinem Mund spazieren, Schritte in unsere Welt hinaus wagen, sind wie Seifenblasen die sich auf meiner Haut niederlassen und dort sanft zerplatzen.
Seine Gedanken sind wie Knospen die in meinem Kopf erblühen, sind wie Blumen die er in meinen Hirnwindungen sät, die dort ihre Wurzeln ansetzten.
Seine Gefühle sind gefüllte Luftballons, die über unseren Köpfen tanzend, in tausend strahlenden Farben über unseren Köpfen flattern. Die bei ihrem Zerplatzen in Form von tausenden von Ideen, in Form von aber und aber tausenden von Träumen auf uns nieder gehen, uns neu erfüllen. Uns neu befüllen.
Seine kalten, knochigen Fingerspitzen auf meiner Haut sind wie die Beinchen frisch geschlüpfter Schmetterlinge und das Schlagen seines Herzens ist wie das Geräusch der Regentropfen die auf meine Haut niederschlagen, ist wie das Atemholen der Welt, wie der erste Seufzer der Unendlichkeit.
Jede Sekunde die ich mit ihm zusammen bin scheint meine Liebe anzuschwellen wie eine übergroße, mit Blut bis zum Anschlag voll gesaugten Zecke, jede Minute die ich nicht in seiner Nähe bin verzehre ich mich nach seiner Anwesenheit, jede Stunde in denen ich seinen Worten, seinem Reden lausche, ist es als würde ich in meine Einzelteile zerlegt, auseinandergebaut und wieder zusammen gesetzt.
Neuer.
Besser.
Lebendiger.
Montage sind wie Sonntage wenn wir zusammen sind.
Weinen ist wie Lachen.
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