Wissenswertes+Rechtschreibung

Alle hier veröffentlichten Bilder so wie auch Kurzgeschichten, Gedichte, Photografien ec. sind meine Persönlichen Werke. Sollte ich doch einmal Werke eines anderen Künsters zeigen, werde ich dies ganz zu Anfang vermerken.
Anmerkung zur Rechtschreibung:
Wer sich an einer nicht korrekten Rechtschreibung störrt den bitte ich diese Seite wieder zu verlassen. Ich nehme aber gerne freundliche Korrekturen entgegen.

Samstag, 8. Oktober 2011

Zeit der Käfer II Teil I

Manchmal ist von der Krankheit meines Liebsten längere Zeit nichts zu bemerken, dann kommt es mir fast so vor als wäre er genesen, als wären alle Sorgen, all die Angst um ihn, um mich, um unser Zusammensein vergessen. Als wäre all unsere Unsicherheit verloren gegangen, hätte ihren Weg aus unseren vier Wänden gefunden, hätte ihre Sachen zusammengepackt, nichts von sich zurück gelassen. Ganz so als hätte sie uns niemals gesteift, uns nie mit ihren klammen Fingern umschlossen, uns nie in ihre Macht gebracht.

Dann liegen wir lachend, uns an den Händen haltend, im hohen Gras und lassen die Sonne unsere Nasen kitzeln. Das Gras wächst über uns hinaus, seine Halme werden zu schwankenden Riesen, die im Takt des Windes leise tanzen. Wir atmen die Welt die um uns ist, atmen die feuchter Erde in unserem Garten, schauen den Pflanzen, den Sonnenblumen beim wachsen zu. Schüchtern tätschelt Regen unsere Köpfe. Wir begrüßen ihn mit begeisterten Stimmen. Sehnen uns nach seinen Tropfen wie durstige Pflanzen, sehen uns nach seiner Anwesenheit.

Dann schreiten wir durch unseren Garten, sind eine Einheit.

Streicheln schwere Rosenköpfe, schleppen sperrige Gießkannen von einem Ende unserer Welt zum Anderen. Ich schleppe sie unbeholfen, verschütte Wasser über meine nackten Füße, über meine schwarzen Kleider, verschütte ein kleines Bisschen Beherrschung. Sein Lachen das durch unser Paradies, zwischen Kirschbäumen und Rosenbüschen hindurch schallt, ist wie eine Droge in meinem Kopf. Ich warte jeden Moment nur darauf, es möge ein weiteres Mal aus seinem Mund dringen.

Wir schlendern die Wege um unser Häuschen,

an Brombeersträuchern, blühenden, leuchtend gelben Ostersträuchern, die die Wege um tanzen entlang, lauschen dem Flüstern des Windes, unseren eigenen verwirrenden Gedanken. Wir wollen uns nicht mehr loslassen, kleben aneinander als wären wir verwachsen. Kleben aneinander, wie in einander verwachsene Bäume von der gleichen Mutter. Wir scheinen zueinander zu gehören, wie Geschwister, wie Mutter und Kind. Scheinen zueinander zu gehören wie Zwillinge. Scheinen aneinander zu brauchen wie Wasser, wie das Schlagen unsere Herzen. Wir machen lange Spaziergänge, kaufen uns süßen Hagebuttentee denn wir am Abend trinken. Wir sitzen gemeinsam auf der kleinen, heruntergekommenen Terrasse, die sich unter unseren Füßen demütig zu beugen scheint, atmen die Luft des Abends. Tee dampft aus unseren Schüsselchen in unsere weißen Gesichter, wärmt unsere Finger.

Wir sind die besten Freunde, sind für einander geschaffen, lieben niemanden mehr als den anderen, würden alles für den anderen tun. Ich lehne mich an seine Schulter und lege einen Arm freundschaftlich, liebevoll um seine Schulter, sein von schwarz überwucherter Kopf liegt auf meiner Schulter wie der Kopf eines Kindes, das aus meinem Bauch schlüpfte. Ich möchte ihn beschützen und er will mich beschützen. Sein schwarzes Haar das auf meiner schmalen Schulter ruht, sich mit meinem zu vermischen scheint, mit meinem zu verwachsen scheint, ringelt sich in seinem blassen Nacken.

Jede Sekunde will ich bei ihm sein.

Jede Sekunde will ich ihn beschützen.


Ich: „Ich wünschte du wärst als mein Herz geboren worden.“


An Tagen wie diesen bleiben wir in unserem kleinen, abseits gelegenen Haus mit der dunkelblauen Türe und dem winzigen Garten. Gebaut auf einem Hügel der sich, als wir ihn das erste Mal sahen, mit einem Wolkenschleier umhüllt hatte, sich den dicken, weichen Wolken näherte, sie fast mit seinem von langem Gras bewachsenen Kopf berührte. Die Wände unseres Häuschens, heben sich mit ihren blau gestrichenen Wänden kaum vom klaren Himmel ab.

Wenn ich durch die riesige Tür hinein schreite kommt es mir jedes Mal so vor als würde ich eine neue Welt betreten. Ein schmaler Weg schlängelt sich direkt von unserer Türschwelle denn Hügel hinab. Leicht schief scheint unser Häuschen auf der Spitze des Hügels zu sitzen, ganz wie eine verrutschte Kugel Eis.

Wenn im Frühling die Sonne hinterm Horizont hervorlugt, uns erst Grüße sendet, frühstücken wir Toast und starken Kaffee auf der zusammengeschrumpften Terrasse, ich streife lange Pullover über meine Kleider, binde mein Haar in lange Zöpfe. Wir sitzen dort und schweigen, lassen die Blicke über denn blauen Himmel streifen, der sich über unsere Köpfe spannt wie eine Decke.

Dann fühlen wir uns endlos unter diesem blauen Himmel,

diesem Himmel ohne Fehler.

Seine Hand ruht in meiner Hand,

Sein Herz ruht in meiner Brust,

seine Gedanken sind in meinem Kopf.


Er: „Lass uns für immer zusammen sein.“

Ich: „Ja.“


Er: „Lass uns für immer an den Händen halten.“

Ich: „Ja.“


Er: „Lass uns, in unserem Leben, jeden Kaffee gemeinsam trinken.“

Ich: „Ja.“


Er: „Lass mich niemals alleine.“

Ich:„...Ja.“


An einem dieser guten Tage weckt mein Liebster mich am Morgen mit einem Kuss auf die Wange. Verschlafen öffne ich die verklebten, dunklen Augen, öffne sie für einen neuen Tag, für eine neue Welt. Es gibt keine Verpflichtungen, kein So-hast-du-zu-sein-und-nicht-anders, keine Einschränkungen und keine Sorgen. Am Abend, der Mond lässt seine silbernen Blicke über unsere schwarz gekleideten Gestalten streifen, liegen wir, Schulter an Schulter und die Hände ineinander verschränkt auf dem Bett und lauschen leiser Musik. Er folgt, flüsternd den Strophen und meine Zehen tanzen mit der Musik als wären sie hypnotisiert. Seine Stimme dringt durch die Schleier der Nacht wie ein verirrter Geist.

Die Stimme meines Liebsten ist nicht von dieser Welt. Wenn sie sich aus seinem Munde stiehlt wachsen um uns Knospen aus dem Boden, brechen aus Decke, Bettpfosten und gefliestem Boden zu uns hinauf, ringeln sich wie die Kinderfinger um meine Zehen, um mein Beine, greifen in mein dunkles Haar. Erblühen vor unseren Augen in kleine roten Wolken, lachen hämisch in unser Gesichter. Seine Stimme dringt tief in mich ein wie eine verirrte Fliege.

Er hatte gezaubert.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen